Lippe Goose

Ark of taste
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Lippe Goose

Lippegans

The Lippe Goose is a typical grazing goose and the only goose breed recorded in Westphalia since about 1860. Special features are their pure white plumage, the triangular bill with the flaring nostrils, the rather long, almost upright carried rump and a full, round, high-set breast. The gander reaches a weight of 6.5 to 7 kg, the goose 5.5 to 6 kg. The medium-weight breed is also characterized by its ability to march and its easy mobility; it belongs to the group of land geese. It is a goose that is not very susceptible to disease, weatherproof, early-maturing and easy to fatten. The breeding goal is a happy-growing, weather-resistant grazing goose with good laying and hatching characteristics. If possible, it should start as early as December so that the goslings (goslings) are ready to hatch and weatherproof in early spring. The special fertility is also shown by the fact that two broods with 12 to 14 eggs each can usually be expected, or three if the goose is well kept.

As a robust goose breed, the Lippe goose is suitable for year-round free-range management and can be fed well on grass and green fodder to a live weight of 5-6 kg. A light supplementary feeding with cereals in the last months brings a further increase, among other things also the taste-forming goose fat.

An early brooding date was extraordinarily important because the first goslings of the year could be sold much more profitably and because the geese were only allowed on the pastures until April 1st. After that, the areas were reserved for the large animals. Animals that had not yet fledged by April 1st, i.e. were seven to eight weeks old, could still be sold at the large goose markets in Geseke, Lippstadt or Neuhaus. In Geseke in the district of Soest, the cattle market even turned into a folk festival: the “Geseker Gösselkirmes”. In 1939, 8,000 goslings were herded up there, literally, because they reached Geseke “on foot”, driven over roads and paths from the Lippe lowlands to Geseke. For the remaining animals, new pastures had to be found, often roadsides, ditches and fields harvested in autumn – a very sustainable use and a contribution to shaping the cultural landscape. The down of the geese was also used, and no rural household could be without a goose quill (front wing for sweeping tables).

The breed was boosted by the construction of the Lippstadt-Geseke-Paderborn railway (1861). These improved transport conditions made it possible to intensify goosekeeping. From February to April, the animals were now loaded into wagons in large numbers and fed at their destinations, mainly Frankfurt and Berlin, in large fattening farms to a final fattening weight of seven to nine kilograms and sold at Christmas. In 1927, 49,000 goslings were loaded in Geseke, and in 1939 as many as 67,000. Wholesalers, especially from Berlin, came to Geseke to negotiate prices and inspect the animals on site.

As with almost all goose breeds, there was a massive decline in production from the 1950s onward. Fatty meat was increasingly frowned upon, so geese were replaced by turkeys and chickens. Cheap imports, especially from Hungary and Poland, made goose farming increasingly unprofitable. The breed was considered extinct. A press campaign launched by the LWL Open Air Museum Detmold, with the help of a judge who still knew the geese from exhibitions, tracked down some animals of the old breed. It was mainly through the founding of the “Stammbuch Lippegans e.V.” in 2000 that the Lippe goose was saved from complete disappearance at the last minute.

But it is still in danger: In the Red List of endangered farm animal species of the Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH), it is listed as “extremely endangered” (category I).

More Information (in German) here

Image: ©LWL Gerstendorf-Welle

 

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Die Lippegans ist eine typische Weidegans und die einzige in Westfalen seit etwa 1860 nachgewiesene Gänserasse. Besondere Merkmale sind ihr reinweißes Gefieder, der dreikantige Schnabel mit den aufspringenden Nasenlöchern, der ziemlich lange, fast aufrecht getragene Rumpf und eine volle, runde, hoch angesetzte Brust. Der Ganter erreicht ein Gewicht von 6,5 bis 7 kg, die Gans 5,5 bis 6 kg. Die mittelschwere Rasse zeichnet sich auch durch ihre Marschfähigkeit und ihre leichte Beweglichkeit aus, sie ist der Gruppe der Landgänse zuzuordnen. Sie ist eine wenig krankheitsanfällige, wetterfeste, frühreife und leicht mästbare Gans. Das Zuchtziel ist eine frohwüchsige, wetterfeste Weidegans mit guten Lege- und Bruteigenschaften. Sie soll möglichst schon im Dezember damit beginnen, so dass die Gössel (Gänseküken) bereits im zeitigen Frühjahr auftriebfähig und witterungsfest sind. Die besondere Fruchtbarkeit zeigt sich auch dadurch, dass man in der Regel zwei, bei guter Haltung auch drei Bruten mit jeweils 12 bis 14 Eiern erwarten kann.

Die Lippegans ist als robuste Gänserasse für die ganzjährige Freilandhaltung geeignet und kann mit Gras- und Grünfütterung gut auf ein Lebendgewicht von 5-6 kg gefüttert werden. Eine leichte Zufütterung mit Getreide in den letzten Monaten bringt eine weitere Zunahme, u.a. auch das geschmacksbildende Gänsefett.

Außerordentlich wichtig war ein früher Bruttermin, weil die ersten Gänseküken des Jahres viel gewinnbringender verkauft werden konnten und weil die Gänse nur bis zum 1. April auf die Weiden durften. Danach waren die Flächen für die Großtiere reserviert. Tiere, die bis zum 1. April noch nicht flügge, das heißt sieben bis acht Wochen alt waren, konnten noch auf den großen Gänsemärkten in Geseke, Lippstadt oder Neuhaus abgesetzt werden. In Geseke im Landkreis Soest entstand aus dem Viehmarkt gar ein Volksfest: die „Geseker Gösselkirmes“, 1939 wurden dort 8.000 Gössel aufgetrieben, im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie erreichten Geseke „zu Fuß“, wurden über Straßen und Wege aus der Lippeniederung nach Geseke getrieben. Für die dann noch verbliebenen Tiere mussten neue Weideplätze gesucht werden, das waren oft auch Wegränder, Straßengräben und im Herbst abgeerntete Felder – eine sehr nachhaltige Nutzung und eine Mitgestaltung der Kulturlandschaft. Die Daunen der Gänse wurden ebenfalls genutzt und auch ein Gänsefittich (Vorderflügel zum Abkehren von Tischen) durfte in keinem ländlichen Haushalt fehlen.

Aufschwung bekam die Rasse durch den Bau der Eisenbahn Lippstadt-Geseke-Paderborn (1861). Durch diese verbesserten Transportbedingungen konnte die Gänsehaltung intensiviert werden. Von Februar bis April wurden die Tiere nun in hohen Stückzahlen in Waggons verladen und an ihren Bestimmungsorten, vor allem Frankfurt und Berlin, in Großmästereien bis zum Mastendgewicht von sieben bis neun Kilogramm gefüttert und zu Weihnachten verkauft. 1927 wurden in Geseke 49.000 Gössel verladen, 1939 sogar 67.000 Stück. Vor allem Berliner Großhändler kamen nach Geseke, um die Preise zu verhandeln und die Tiere vor Ort zu begutachten.

Wie bei nahezu allen Gänserassen fand ab den 1950er Jahren ein massiver Produktionsrückgang statt. Fettes Fleisch war zunehmend verpönt, deshalb wurden Gänse durch Puten und Hähnchen ersetzt. Billige Importe vor allem aus Ungarn und Polen machten die Gänsezucht zunehmend unrentabel. Die Rasse galt als ausgestorben. Eine durch das LWL-Freilichtmuseum Detmold gestartete Presseaktion machte mit Hilfe eines Preisrichters, der die Gänse noch von Ausstellungen kannte, einige Tiere der alten Zuchtrichtung ausfindig. Vor allem durch die Gründung des „Stammbuch Lippegans e.V.“ im Jahre 2000 gelang die Rettung der Lippegans vor dem völligen Verschwinden in letzter Minute.

Aber sie ist weiterhin in Gefahr: In der Roten Liste der gefährdeten Nutztierarten der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) wird sie als „extrem gefährdet“ (Kategorie I) geführt.

Weiterführende Informationen: www.slowfood.de/lippegans

Image: ©LWL Gerstendorf-Welle

Territory

StateGermany
Region

Nordrhein-Westfalen

Production area:Südlicher Teutoburger Wald

Other info

Categories

Breeds and animal husbandry

Nominated by:Commissione dell’Arca tedesca